Warum fällt manchen Menschen das Englischlernen so schwer?
Warum gelingt es manchen Menschen nicht, Englisch zu lernen, obwohl sie auf jedem anderen Gebiet brillant sind? Ich heiße Sarah Sivieri und bin heute Praktikerin, Lehrerin und Coach für Quantum Touch Releasing® (QTR). Bevor ich diesen Beruf ergriff, habe ich jahrelang im universitären und verlegerischen Bereich als Übersetzerin aus dem Englischen gearbeitet.
Genau in jenen Jahren begann ich, ein merkwürdiges Phänomen zu beobachten: Manche Studierende kurz vor dem Abschluss sowie sehr gut ausgebildete Kollegen und Fachleute hatten große Schwierigkeiten im Umgang mit der englischen Sprache. Die Situation war fast immer dieselbe: „Ich kenne es, ich verstehe es, aber ich kann es nicht sprechen."
Schon damals hatte ich den Eindruck, dass das Problem nicht in der Grammatik oder mangelndem Lernen lag. Es schien etwas Tieferes zu geben: eine emotionale Frage, eine Angst, ein Unbehagen, das sie daran hinderte, sich auszudrücken.
Jahrelang blieb diese Frage in meinem Kopf offen. Die Antwort begann sich abzuzeichnen, als ich auf Quantum Touch Releasing und das Resonanzprinzip stieß.
Warum schämen sich Menschen und schaffen es nicht mehr, Englisch zu sprechen?
Um dieses Phänomen zu verstehen, lohnt es sich, kurz eines der grundlegenden Konzepte einzuführen, auf denen QTR basiert. Quantum Touch Releasing zufolge hinterlässt alles, was wir erleben, eine Spur in unserem Unterbewusstsein. Erfahrungen, Emotionen, Gedanken und Überzeugungen verschwinden nicht mit der Zeit, sondern bestehen als Information weiter, die eine bestimmte Schwingungsfrequenz bewahrt.
David Hawkins beschrieb diese Frequenzen in seiner Bewusstseinskarte (dargestellt in seinem Buch Power vs. Force), die von der Scham, der niedrigsten Frequenz, bis zur Erleuchtung, der höchsten, reicht.
In den meisten Fällen bleiben diese Frequenzen im Hintergrund unserer alltäglichen Erfahrung. Wenn jedoch eine äußere Situation mit etwas in Resonanz tritt, das wir bereits erlebt haben, kann sich diese emotionale Erinnerung reaktivieren und unseren inneren Zustand sowie unser Verhalten beeinflussen. Genau dieser Mechanismus kann uns helfen, manche scheinbar unerklärlichen Blockaden zu verstehen.
Woher kommen diese Blockaden?
Nehmen wir ein Beispiel. Stellen wir uns den kleinen Piripicchio vor, der voller Begeisterung in die Welt der Schule eintritt. Englisch fällt ihm jedoch nicht leicht, und unglücklicherweise gerät er an eine ungeduldige Lehrerin, die ihn häufig kritisiert und ihm das Gefühl gibt, unzulänglich zu sein. Tag für Tag beginnt er, an seinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln, und entwickelt eine Angst davor, vor anderen Englisch zu sprechen.
Eines Tages spricht er ein Wort falsch aus. Die Lehrerin demütigt ihn vor der ganzen Klasse, er fühlt sich beschämt, und seine Mitschüler machen sich über ihn lustig. In diesem Moment verknüpft er, ohne es zu merken, Englisch mit Gefühlen von Scham, Schmerz und Verurteilung.
Die Jahre vergehen. Piripicchio wächst heran, studiert, macht Karriere und wird zu einer kompetenten Fachkraft. Inzwischen hat er Englisch gelernt. Doch während einer wichtigen Besprechung stellt ihm sein Vorgesetzter eine Frage in dieser Sprache. Rational kennt er die Antwort; emotional jedoch hält ihn eine plötzliche Angst zurück.
Woher kommt diese Angst? Dem Resonanzprinzip zufolge ruft die gegenwärtige Situation eine emotionale Frequenz wach, die bereits im Unterbewusstsein gespeichert ist. Die Besprechung ist nicht die Schule, und der Vorgesetzte ist nicht die Lehrerin, dennoch ist das emotionale Erleben ähnlich: sich exponieren, beobachtet werden, das Risiko eines Fehlers eingehen.
Wenn zwei Erfahrungen auf derselben Frequenz schwingen, kann sich die emotionale Erinnerung der Vergangenheit reaktivieren, und die Person kann sich in demselben inneren Zustand wiederfinden, den sie Jahre zuvor erlebt hat. Mit anderen Worten: Piripicchio reagiert nicht nur auf die heutige Besprechung, sondern auch auf das, was diese Situation unbewusst für ihn bedeutet.
Hinter der sprachlichen Blockade
In meiner Arbeit mit QTR habe ich dieses Phänomen viele Male beobachtet. Hinter der Schwierigkeit, Englisch zu sprechen, steht nicht notwendigerweise ein Mangel an sprachlichen Fähigkeiten. Häufig treten stattdessen Emotionen zutage, die mit vergangenen Erfahrungen, einschränkenden Überzeugungen, Erlebnissen der Demütigung, Angst vor Bewertung oder mangelndem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verbunden sind.
Diese Erfahrungen wurzeln häufig in den Schuljahren, jedoch nicht ausschließlich: Auch familiäre Dynamiken, Erwartungen aus dem unmittelbaren Umfeld oder andere Ereignisse, die das Verhältnis der Person zur eigenen Selbstdarstellung mitgeformt haben, können dabei eine Rolle spielen.
Wenn diese Erinnerungen erkannt und transformiert werden, verändert sich oft auch die Art, wie die Person die Sprache erlebt: Sprechen wird natürlicher und weniger von Anspannung belastet.
In den nächsten Beiträgen werden wir weitere Elemente vertiefen, die das Verhältnis zur englischen Sprache beeinflussen können, und entdecken, wie manche scheinbar sprachlichen Schwierigkeiten viel tiefere Wurzeln haben können.
Sarah Sivieri, Ph.D., Praktikerin und Lehrerin für Quantum Touch Releasing.